Always be conditioning

Initial Publishing Date 01 September 2018 Last Edited 17 September 2018

Writing, Creativity, Perseverance


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Kennst du dein ABC? Hast du es nur gelernt oder praktizierst du es auch regelmäßig? ABC ist eine Abkürzung für "Allways be Conditioning". Auf Deutsch bedeutet das etwa "konditioniere immer" (doch aufgrund der stimmigen Abkürzung verwende ich hier die englische Form). Dies bezieht sich vor allem auf den Sport und meint im Grunde, dass man immer versuchen soll seine Fähigkeiten zu verbessern, wenn sich die Gelegenheit dazu bietet und nicht nur die zwei oder drei Mal in der Woche die man beim Training ist.

Dies lässt sich auch auf die Arbeit als Gestalter übertragen. Diese zu schulen und zu verbessern, nicht nur, wenn wir gerade aktiv im Prozess sind diese auch auszuüben. Wenn wir schon vollzeitgestalter sind und in einem Agenturumfeld mit um die 40 Stunden Arbeitszeit (Geht dieser in einer Agentur deutlich darüber hinaus sollte die Projekt- und/oder Mitarbeiterplanung dort einmal gründlich überdacht werden) arbeiten, dann mag man die Frage stellen "Aber wieso soll ich meine Fähigkeiten noch weiter konditionieren?". Diese durchaus berechtigte Frage stellt sich auch bei Sportlern. Und die Antwort darauf ist denkbar einfach: Weil du dich aus dir selbst heraus verbessern willst.

Intrinsische Motivation

Diese Antwort setzt natürlich voraus, dass dir die Tätigkeit, die du ausübst Freude bereitet. Damit muss nicht jeder Handgriff und auch nicht jeder Tag gemeint sein, doch im großen und ganzen solltest du Freude an der Tätigkeit empfinden. Dann kommt die Verbesserung auch von alleine.

Ja, die Verbesserung kommt von alleine, wenn man eine Tätigkeit nur lang genug ausübt. Doch bei der Ausübung seiner Arbeit nimmt man im Gegensatz zum Sport an, dass man diese nicht weiter trainieren muss und so bleiben viele berufstätige viele Jahre lang auf ihrem Kenntnissstand sitzen ohne diesen nennenswert zu verbessern.

Denn wie im sportlichen Training auch gilt bei der Ausübung anderer Tätigkeiten ebenfalls: Je öfter wir die selbe Tätigkeit ausführen, desto besser geling sie uns bis hin zu dem Punkt, an dem wir das Plateau erreichen auf dem wir stagnieren und jahrelang stagnieren können ohne uns nennenswert weiter zu verbessern.
Der Grund dafür ist denkbar einfach: Neue Tätigkeiten zu lernen ist anstrengend. Der Körper muss eine große Menge Ressourcen dafür aufwenden um unser Gehirn und unsere Bewegungsabläufe diese neue Technik möglich zu machen. Was uns zu Beginn schwer fällt, das wird mit genügend Wiederholungen einfacher, bis es uns schließlich in "Fleisch und Blut" übergeht. Doch was zum Automatismus wird, das setzt keine neuen Trainingsreize mehr. Zwar kann man die Tätigkeit nun gekonnt ausführen, doch man verbessert sich nicht weiter. Dazu muss man wie auch im Sport einen neuen Reiz setzen und das Training variieren. (Ich denke, ich kann jetzt im weiteren Verlauf des Textes auf die Sportanalogie verzichten)

Train your skills / Synergize

Seine Fähigkeiten zu verbessern muss dabei nicht nur heißen eine geringe Anzahl an Fähigkeiten bis zur Meisterschaft zu treiben. Es steht einem frei dies zu tun oder sich auf anderen, am Besten Artverwandten Feldern zu bewegen um Synergien zu bilden.

Synergien ist dabei auch hier wieder eine Art magisches Zauberwort, das uns dazu ermutigt verschiedene Techniken zu verfolgen, die zwar jeweils eine eigene Karriere sein können, aber wo sich zusammen auch Gewinne ergeben können, die man dann in seiner Haupttätigkeit anders verwerten kann.

Bei Gestaltern jeder Form hat sich hier besonders die Fotografie als ergänzendes Medium hervorgetan. Eine Kamera hat heutzutage jeder immer dabei und zu fotografieren schult den Blick für Räumlichkeiten, Komposition, Farben, Licht und Schatten etc. davon profitieren im Grunde alle, die visuelle Gestaltung in irgendeiner Form betreiben.

Doch die Liste der Tätigkeiten ist natürlich noch viel länger und Malen, Zeichnen, Kalligrafie, Modellbau, Animation, Musik, Schreiben, Programmieren etc. können alles lohnende Erweiterungstätigkeiten sein.
Dabei geht es gar nicht darum diese Sekundärtätigkeiten auf ein ähnlich hohes Niveau zu bringen, wie die Haupttätigkeit, die man ausüb. Vielmehr ist es das Ziel neue Trainingsreize zu setzen, wodurch der Körper wieder neu gefordert wird und man seine Fähigkeiten weiter verbessert.

Denken wir zurück an unsere Überschrift, dann bedeutet "Always be Conditioning" dass wir überall und immer lernen können. Und trotz schicker Laptops hat man diese nicht immer dabei und/oder kann nicht von überall aus in Ruhe arbeiten. Aber man kann fast immer eine verwandte, synergetische Tätigkeit ausüben. Man kann unterwegs fotografieren, im Wartezimmer zeichnen, in der U-Bahn schreiben etc. Die Liste lässt sich endlos fortsetzen.

Ich habe nicht mein XYZ

Der viel gehörte Ausspruch "aber ich habe nicht mein xyz (insert special tool) bei mir" ist in Wahrheit nur in den seltensten Fällen ein Grund eine Tätigkeit nicht auszuüben und nicht sein ABC "aufzusagen", denn schließlich findet sich auf der ganzen Welt fast immer Stift und Papier in irgendeiner Form.

Und nicht seine gewohnten Utensilien dabei zu haben hat auch noch den Vorteil, dass man "kreativ werden muss" und sich mit den Objekten aus seiner Umgebung behelfen muss. Diese Herausforderung hat schon bei so manchem zu genialen kreativen Einfällen gesorgt (Genannt sei an dieser Stelle vor allem Stefan Sagmeister, der zu seinen alle sieben Jahren stattfindenden Sabbaticals bewusst in eine ganz andere Umgebung fährt um dort abseits der gewohnten Pfade auf neue Ideen zu kommen.)
Ausserdem ist doch ncihts befriedigender, als wenn man eine neue Tätigkeit ausübt bei der man sagen kann "kann man damit nicht auch..."
Und ja, sehr oft kann man.